Vorbereitungen für den Mr. Olympia 2004

Im Juni fing meine Vorbereitung für den größten Wettkampf des Jahres an, den Mr.Olympia.

Mein Ziel war eindeutig die Top 6 und ich war mir sicher, daß ich es dieses mal schaffen könnte. Dieses Mal habe ich meinen Trainingsstil etwas geändert – leichter und korrekter.

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Zwei Wochen vor dem Mr. Olympia hatte ich einen Gastauftritt beim Body-Xtreme-Invitational in Mainz. Ich war neugierig und auch nervös, wie meine Form wohl wäre und wie die Zuschauer auf mich reagieren würden. So rollte ich mit 130 kg nach Mainz und bekam durchweg positive Resonanz.

Ich flog Dienstags bereits nach Las Vegas, um etwas mehr Zeit zu haben, den Jetlag zu verkraften. Es zahlte sich aus, da ich Freitag Abend schon sehr gut aussah. Ich stellte mich auf die Waage und war mit knapp 125 kg leichter als sonst, sah aber dicker aus, da ich wohl etwas härter war als üblich.

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Schließlich mussten wir auf die Bühne. Ich bekam sofort den zweiten Vergleich, weshalb ich wusste, ich würde nun ganz vorne mitspielen. So hatte ich auch viel Spaß an der Sache. Letztendlich kann ich mich gar nicht mehr an alle Vergleiche erinnern, außer dass ich gegen alle Top-Favoriten – abgesehen von Cutler und Coleman – antreten dürfte.
Nachdem die Vorwahl vorüber war, hatte ich Ohrensausen und Kreislaufprobleme. Simone meinte, ich sähe inzwischen wieder etwas zu flach aus, und so bestellte sie mir einen großen Berg Essen, wozu ich fast fünf Liter Cola trank. Total vollgefressen und hundemüde schleppte ich mich um 18 Uhr zum Finale.

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Als ich meinen Auftritt hatte, hallten die Rufe „Ruuuuhhhl“ – natürlich wieder ohne das berüchtigte „ü“ – durch das Convention Center im Mandalay Bay Resort. Einfach fantastisch!

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Meine Kür verlief sehr gut und die Nachricht, ich wäre in den Top 6, bestärkte mein Auftreten. So kam ich infolge dessen in die sogenannte Challenge Round, die erstmalig beim diesjährigen Mr. Olympia stattfand und eine grundlegende Änderung im Finale darstellte.
Vereinfacht könnte man sagen, dass jeder Athlet die übrigen Athleten innerhalb der Top-6-Platzierungen zum Duell mit einer Pose seiner Wahl herausfordern kann.
Ich hatte viel Spaß bei den Runden und konnte mich endlich auch einmal neben Ronnie Coleman mit der Most-Muscular-Pose behaupten.

So kam es zu folgenden Platzierungen:

  1. Coleman, 2. Cutler, 3. Badell, 4. Jackson, 5. Ich, 6. SchlierkampMein Ziel, die Top 6 zu knacken, hatte ich somit endlich geschafft!

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Das Jahr 2003

Nach einigen Gastauftritten im November 2002 und kaum Erholungsmöglichkeiten fing die Vorbereitung für die Arnold Classic im Dezember 2002 an. Die Arnold Classics ist sicherlich nach dem Mr. Olympia die wichtigste Meisterschaft.
Ich war ziemlich nervös, vor allem als ich hörte, welche Spitzenleute an den Start gingen. Ich rechnete mir nicht viele Chancen auf die Top 6 aus und hoffte einfach auf einen guten Wettkampf bei meiner ersten Teilnahme in Columbus.
Mitte Januar wurde schnell klar, dass meine Form wieder sehr gut werden sollte. Vielleicht konnte ich ja doch für eine kleine Sensation sorgen und das Finale knacken. Das Training lief sehr gut – keine Krankheiten oder Verletzungen. Und meine Form wurde täglich besser – vor allem mein Rücken, welchen ich in letzter Zeit als meine größte Schwäche betrachtete.

So flog ich voller Hoffnung, und motiviert bis zum Anschlag, in die USA. Den ersten Dämpfer bekam ich am Airport, als mein Koffer mit dem kompletten Essen nicht ankam, und ich die Auskunft erhielt, dass dieser erst am folgenden Tag in Columbus eintreffen sollte. Also fuhr ich noch am gleichen Abend in den Supermarkt, um alles Nötige zu kaufen, damit ich mit der Aufladung beginnen konnte.

Meine Form war abends schon gut, aber als ich am nächsten Morgen aufwachte, sah ich wirklich sensationell aus – hart und dick. Ich war bereit für den Wettkampf!

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Die Auslosung ergab, dass ich im Line-Up neben Cutler stehen würde, was sich für meinen Vorteil herausstellen sollte.

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Die Vorwahl lief sehr gut und es war von Platz 2 bis 4 alles drin. Mein Posing war auch in Ordnung und im Posedown machten wir alle eine super Show. Letztendlich wurde es dann der dritte Platz!

Der Hammer: ich hatte es wohl endgültig geschafft mich in der Bodybuilding-Spitze zu etablieren. Abends bekam ich dann von vielen bestätigt, dass es die bisher beste Form meines Lebens war und ich eigentlich auch Cormier im Sack hatte.
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