Instagram-Fakes und YouTube-Lügen

Hallo Sportfreunde, heute kommt einmal ein etwas anderer Bericht von mir, der nicht direkt mit Training oder Ernährung zu tun hat.

Ich will an dieser Stelle darüber berichten, wie sehr mir die Lügen und die Selbstdarstellungen auf YouTube auf die Nerven gehen.

Und da auch viele Privatpersonen und Hobbysportler Instragram-Profile haben, welche manche als eine Art Visitenkarte nutzen, während andere damit ihre Profilneurosen ausleben, will ich auch dazu etwas sagen.

Ich möchte hier niemandem den Spaß und die Freude an der Verwendung von solchen sozialen Netzwerken absprechen oder schlecht reden. Es ist schön, wenn Freunde damit in Kontakt bleiben  oder sich Unterhaltung und Informationen aus dem Internet ziehen können.

Die Fitness-Community nimmt sich viel zu Ernst.

Aber es ist aus meiner Sicht nicht zu übersehen, dass sich die Online-Fitness-Community grundsätzlich viel zu ernst nimmt, während jeder dieser Nutzer (inklusive mir) nur ein ganz kleines Licht am YouTube- und Instagram-Horizont ist, wenn man die Follower und Klickzahlen von anderen Social-Media-Größen im Bereich Kosmetik, Computerspiele oder Nachrichten zum Vergleich heranzieht.

Warum sage ich das? Warum weise ich darauf hin?

Es stört mich, wenn YouTuber sich in ihrer eigenen Selbstdarstellung feiern und sich als große Unternehmer ausgeben, um dem überwiegend jungen Publikum eine Scheinwelt vorzuleben, welche in dieser Form nicht vorhanden ist.

Hinzu kommt, dass die YouTube-Sprache derartig von fehlplatzierten Anglizismen durchtränkt ist, dass man sich beim Zuschauen eigentlich fremdschämen möchte.

Scheinbar ist es heutzutage in der Online-Welt salonfähig geworden, sich als „Entrepreneur“ selbst zu ernennen, selbst zu feiern und selbst darzustellen, während man die Zuschauer davon überzeugen möchte, dass man einen tollen, hippen Fitness-Lifestyle führt, indem man viel am Reisen ist und ein erfolgreiches Leben genießt.
Eben ein Fitnesshipster!

Worum geht es mir, wenn ich auf so etwas hinweise?

Ich will mit diesem Text vor allem die jungen Zuschauer ansprechen, die vielleicht denken, dass es sich aus wirtschaftlicher Sicht lohnen könnte, mit Reisen, einem „Nice“-Dauergrinsen und dem Selbstdarstellen eine Erwerbstätigkeit zu finden.

Ganz ehrlich: Wer mit YouTube Geld verdienen möchte, sollte vielleicht besser Profi-Gamer werden, denn die Fitness-Branche verdient nicht viel Geld mit werbefinanzierten YouTube-Videos.

Wer mich kennt, weiß, welche Follower und Klickzahlen ich auf den sozialen Medien habe. Für die Fitness-Branche sind diese Zahlen relativ gut und ich und mein Team sind stolz darauf, während es gemessen an den echten Größen im YouTube-Universum eher ein kleiner und unbedeutender Kanal ist.

Was verdient man mit YouTube?

Ernsthaften Gewinn bringen solche Videos jedoch nicht. Unsere Einnahmen von Google und YouTube liegen beispielsweise bei durchschnittlich 400-700 Euro pro Monat.  Selbst wenn wir die Frequenz unserer Videoveröffentlichungen erhöhen würden, würde sich das Verhältnis von Aufwand zu Gewinn nicht zum positiven ändern. Dafür sind die Fitness- und Bodybuilding-Zuschauer immer noch eine Randgruppe. Aber das ist nicht schlimm. Im Gegenteil! Ich bin gerne in dieser Nische tätig und präsent: Früher auf Wettkämpfen, heute als Trainer, Botschafter oder auch „YouTuber“. Ich glaube, das ist etwas, was man heute „Influencer“ nennt. Ich neige aber dazu, diesen Begriff zu meiden.

Fazit: Gemessen an den möglichen Werbeeinnahmen von YouTube würde keine Reise auf der Welt im Fitness-Bereich  diese Kosten rechtfertigen.

Und das sage ich als jemand, der immerhin in dieser Branche mitunter noch die besten Klickraten vorzuweisen hat.
Das will ich all denjenigen jungen Leuten sagen, die vielleicht manchmal neidisch oder auch übermotiviert solche Videos schauen und befürchten, dass sie sich bei der Wahl ihres eigenen Berufsweges falsch entschieden haben.
Keine Sorge! Ihr macht alles richtig!

Amateur-Bodybuilding ist kein „Lifestyle“, sondern ein Sport.
Und Profi-Bodybuilding ist ein Beruf, der mit Vergnügen nicht viel zu tun hat, obgleich ich diesen Beruf immer gerne ausgeübt habe und immer noch leidenschaftlich gerne trainiere und mein Wissen teile.

Meine Motivation

Wenn weder ich noch mein Team ernsthaft Geld mit YouTube verdienen, fragen sich nun sicher viele, warum ich (oder wir) das alles machen.  Ganz abgesehen vom Idealismus und dem Spaß, mich online so mitteilen zu können, wie es mir in den Sinn kommt, sind weitere Anreize, dass man positive Resonanz von den Sportfreunden und Fans bekommt und zudem natürlich auch sein Wissen und seine Erfahrung bei Seminaren oder als Privat-Trainer nutzten kann. Und natürlich freut es mich und mein Team von Rühl24, wenn wir unsere für Sportler und Fans designte Kleidungsmarke Rule the Gym bekannt machen können. Wenn ich das dementieren würde, müsste ich lügen. Aber da bin ich ganz ehrlich.
Jedoch verläuft unsere Vermarktungsstrategie niemals analog zu den Veröffentlichungen auf YouTube und Instagram. Damit möchte ich sagen, dass wir kein Video und keinen Post machen, um euch zu überreden, unsere Kleidung zu kaufen oder Privattraining zu buchen. Aber natürlich freut es mich, wenn es euch irgendwann bei entsprechendem Bedarf unabhängig von aktuellen Videos in den Sinn kommt, dass man uns auch in Sachen Training, Kleidung und Coaching vertrauen kann, so wie ihr es zuvor auch bei den Videos getan habt.

Wo wir nun beim Stichwort „Vertrauen“ angekommen sind, möchte ich mit meinen Ansichten zu Instagram fortfahren.

Instagram und die Fakes

Instagram ist toll, wenn man mit Freunden und Verwandten schöne Erlebnisse durch Fotoalben teilen möchte. Instagram ist aber zugleich auch  verdammt praktisch, wenn man eine eigene Profilneurose befriedigen möchte, indem man sich und seine Welt in einer Form darstellt, wie man es sich wünschen würde, von anderen gesehen und wahrgenommen zu werden.
Instagram ist eine sehr praktische Plattform, um sich unkompliziert und möglichst attraktiv darzustellen. Nicht ohne Grund gibt es zahlreiche Filter-Möglichkeiten, um Fotos schnell und einfach aufzuhübschen.

Aber man verdient keinen Cent an Instagram, da es hier keine Monetarisierung wie bei YouTube gibt!
Wozu also?

Instagram scheint inzwischen die wichtigste Plattform für sogenannte „Influencer“ zu sein.

Viele, die sich hier attraktiv und interessant in Szene setzen, hoffen nicht nur auf Aufmerksamkeit von Freunden, sondern auch auf mögliche Sponsoren.
Und ja, auch mein Sponsor freut sich über interessante Instagram-Posts und Stories von mir.

Um jedoch für Freunde oder vor allem auch für Sponsoren interessant zu sein, erscheint vor allem die Zahl der eigenen Follower interessant zu sein.

Die Anzahl der Follower wird häufig als Indikator genutzt, um über die Relevanz und den Wert eines Instagram-Profils zu entscheiden.

Leider wird diese Zahl auch oft falsch interpretiert, denn nicht jeder Follower muss ein echter Follower sein. Seitdem man sich Follower erkaufen kann, sprießen scheinbar jede Menge wichtige Instagram-Profile aus dem virtuellen Boden, die sich an Bedeutung gegenseitig übertreffen möchten.

Wen es interessiert, ob er sich vielleicht gerade durch gefälschte und erkaufte Follower beeindrucken lässt, kann das gerne einmal auf der Website www.socialblade.com überprüfen.

Hier kann man praktisch und einfach anhand von Zahlen und Diagrammen sehen, wie der Follower-Verlauf eines Profils in der Vergangenheit entstanden ist.

Weist ein Diagramm einen zackigen Verlauf mit Spitzen und Sprüngen auf, kann man davon ausgehen, dass in diesem Zeitraum die Follower gekauft wurden.

Hat ein Profil bei seinen Bilder-Postings oftmals sinnbefreite und aussagelose Kommentare wie einfach nur „nice„, „beautiful„, „great picture“ oder ähnliches, so  kann man davon aussgehen, dass diese Kommentare von automatischen Bots erstellt wurden, welche keinen Bezug auf den Inhalt des gezeigten Bildes nehmen.

Ein weiterer Indikator für gefälschte Zahlen ist die stetige Abnahme von Followern, während zugleich auf der anderen Seite Follower hinzu kommen. Nicht jeder Follower, der aufhört zu folgen, muss zwangsläufig ein automatischer Bot sein, aber die Wahrscheinlichkeit bei regelmäßigen Abnahmen von Followern bei zugleich steigender Gesamtzahl lässt vermuten, dass es sich bei den „verlorenen“ Followern um die gezielte Löschungen von automatischen Follower-Bots seitens Instagram handelt.

Im Folgenden freue ich mich, dass ihr, meine Sportfreunde und Fans, es möglich gemacht habt, dass mein Instagram-Profil über die letzten zwei Jahre stetig gewachsen ist. Und so macht es mir auch immer wieder Freude, euch mit neuen Inhalten zu unterhalten.

Socialblade, Profil-Darstellung für "markusruehl"
Socialblade, Profil-Darstellung für „markusruehl“: Stetiger und fließender Verlauf des Diagramms – Danke an alle meine treuen Sportfreunde, Fans und Follower

Anhand meines Profils kann ich euch ein gerades und stetig verlaufendes Diagramm präsentieren, welches ihr jederzeit  auf www.socialblade.com ebenfalls testen könnt.

Solltet ihr jedoch einmal auf Diagramme stoßen, welche irgendwo einen zackigen oder sprunghaften Verlauf haben, so liegt die Wahrscheinlichkeit nahe, dass ihr euch bei einem Profil von gekauften Followern habt beeindrucken lassen.

Socialblade, gekaufte Follower
Typischer Verlauf von gekauften Followern anhand eines beliebigen Fake-Profils: Zacken, Spitzen und Sprünge im Diagramm
Fake Follower enttarnen über Zu- und Abnahme von Zahlen
Die sprungweise Abnahme von Followern bei gleichzeitiger Zunahme auf der anderen Seite lässt auf automatische Löschungen von Bots seitens Instagram schließen

Abschließend will ich einfach nochmals Danke sagen an alle Sportfreunde und Fans. Ein Sportler ist immer nur so groß, wie ihn die Fans werden lassen. Und dafür möchte ich euch herzlich danken.

Und falls ihr irgendwann wieder einmal spannende Instagram-Profile oder YouTube-Kanäle seht, die euch aufgrund vom dargestellten „Ruhm“, den zelebrierten Urlauben oder den scheinbaren „Erfolgen“ daran zweifeln lassen, ob euer gewählter Lebensweg der richtige war, so erinnert euch einfach einmal an diesen Artikel und seid danach vielleicht wieder etwas zufriedener mit eurem eigenen Leben, welches vielleicht nicht ganz so aufregend zu sein scheint, aber dafür echt und keine Fiktion ist.

Ich bin froh, echte Sportfreunde und Fans wie euch zu haben.
Euer Markus