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Youtuber-Training und Fitnesshipster – vieles ist Schall und Rauch

…und viel Lärm um  nichts.

Einige Fans empfanden es als anmaßend, dass der letzte Zusammenschnitt eines Seminar-Videos den Eindruck vermittelte, dass ich die Vertreter von klassischen und anerkannten Trainingsphilosophien plötzlich auf die gleiche Stufe stellen oder im gleichen Atemzug nennen würde wie diverse Fitness-Hipster und Fitness-Youtuber, die mit dem Verkauf von vorgefertigten Trainingsplänen, welche nicht einmal Basiswissen vermitteln, sondern lediglich Selbstverständlichkeiten auflisten, Wucher betreiben.

Das war definitiv nicht meine Absicht und ich hoffe, dass ich das mit meinem Artikel zum Thema Trainingsphilosophien klären konnte.

Nachdem ich im letzten Artikel nun meine positive Einstellung zu diversen Trainingsphilosophien und deren Parallelen zu meinem eigenen Training kundgetan habe, will ich nun nochmals Bezug nehmen zu der aktuellen Unart von Youtubern, aus Einfachheiten und Selbstverständlichkeiten im Sport eine Pseudo-Wissenschaft zu machen und diese gegebenenfalls noch gewinnbringend verkaufen zu wollen.

Ganzkörper-Training und Oberkörper-Unterkörper-Training für „Natty“-Sportler am besten?

…und komplexes Splittraining nur für Stoffer?

Es werden heutzutage von Youtube-Hitnesshipstern tatsächlich Trainingspläne propagiert und sogar verkauft, welche den Kunden erzählen wollen, dass ein Ganzkörpertraining oder ein Oberkörper-Unterkörper-Split der Weg zu einer erfolgreichen Wettkampf-Form sein können.

Des Weiteren werde ich von der heutigen Youtuber-Generation oft kritisiert, dass meine Empfehlungen für einen 3er-, 4er- oder sogar 5er-Split ausschließlich für Stoffer Sinn machen würden.

Ich will an dieser Stelle nun einmal einige Fakten aufzählen:

Wenn man wirklich hart und schwer trainiert, benötigen Muskeln, Sehnen und Gelenke eine entsprechende Erholungszeit. Es kann sein, dass diese Errholung länger dauert als die Proteinsynthese anhält, die  für das Muskelwachstum verantwortlich ist.

Trainingsanfänger haben damit meistens noch keine Probleme, da sie noch nicht derartig schwer und intensiv trainieren können wie Fortgeschrittenen. Ihnen fehlt einfach noch die nötige Kraft, die Erfahrung und auch das entsprechende Muskelgefühl, um eine Muskelgruppe derartig stark und auch gezielt zu belasten und zu reizen, so dass diese mehrere Tage Zeit für Erholung und Wachstum benötigen würde.

Anfänger müssen also den Körper mit kleinen Splits erstmals öfters durchtrainieren als Fortgeschrittene, welche ihre Übungen intensiver und spezieller ausführen und aufteilen können. Ich hatte das relativ ausführlich in einem meiner letzten Beiträge „Der richtige Trainingssplit“ beschrieben.

Zusammenfassend kann man sagen: Je stärker ein Athlet ist und je schwerer er trainiert, desto mehr kann und sollte er sein Training in einzelne Muskelgruppen aufteilen, so dass letztendlich jeder Muskel nur einmal pro Woche direkt (und weitere Male als Hilfsmuskel indirekt) trainiert wird. Man muss aber auch nicht zwingend die Woche als Einteilungsvorgabe betrachten, sondern kann natürlich beim Beispiel eines 4er-Splits an einem anderen Wochentag wieder von vorne beginnen, so dass die Muskelgruppen immer auf andere Wochentage treffen, obwohl sie in ihrer Reihenfolge gleich bleiben. Somit würde ein Muskel dann ca 1,5 mal pro Woche direkt trainiert. Sinnvoll kann solch eine Aufteilung vor allem auch für Schichtarbeiter sein, deren Alltags-Rhythmus sich am Schichtplan und nicht an den Wochentagen und Wochenenden orientiert.

Sind 4er- und 5er-Splits also nur für Stoffer?

Ein Vorwurf, den man scheinbar erst seit der aktuellen Social-Media-Generation zu hören bekommt, ist die These, dass solche Splits nur für Stoffer Sinn ergeben würden. Mit Stoffer meinen diese  Kritiker folglich Sportler, welche anabole Steroide für den Muskelaufbau verwenden.

Fakt ist: Zu kurze Splits oder zu häufige Ganzkörpertrainings würden bei entsprechend hoher Trainingsintensität schnell zu einem Übertraining und einer Überlastung führen.

Welche Logik verfolgen nun also Kritiker, die behaupten, dass große Splits in einzelne Muskelgruppen überwiegend für Steroid-Nutzer geeignet sind, während Steroid-Nutzer jedoch bio-chemisch eine weitaus bessere und schnellere Regenration hätten als naturale Athleten, die grundsätzlich mehr Pause benötigen?

Folglich müsste das Gedankenspiel genau umgekehrt sein:

Ein mit Steroiden gedopter Sportler müsste theoretisch längere Trainingseinheiten durchstehen können und kürzere Splits ins Folge trainieren können, da er weitaus schneller regeneriert als ein „naturaler“ Athlet. Dies ist jedoch nicht zu empfehlen und soll einfach nur mit Hilfe des Gedankenspiels zeigen, dass gerade starke Natural-Sportler ausreichende Trainingssplits benötigen, um die Muskelgruppen, das Wachstum und die Regeneration sinnvoll aufteilen zu können.

Wenn also Fitness-Youtuber propagieren, dass ein Ganzkörpertraining oder ein Oberkörper-Unterkörper-Split die richtige und finale Methode wäre, um eine Wettkampf-taugliche Form zu erreichen, dann müsste man folgende Schlüsse ziehen:

  • Entweder habe solche „Athleten“, „Trainer“ oder Kritiker noch nie richtig hart und intensiv trainiert.
  • Vielleicht trainieren solche „Athleten“ selbst nach einem ganz anderen Konzept, aber versuchen solche simplen Trainingspläne als „Neuheit“ oder „Wissenschaft“ zu verkaufen.
  • Vielleicht sind sie einfach nur zu schwach für große Splits.

System, Wissenschaft oder einfach nur gesunder Menschenverstand?

Allgemein geht inzwischen ein Hype umher, dass Hobbyathleten den Sport wie eine Wissenschaft zu erklären und zu analysieren versuchen. Hier werden einfache Dinge verkompliziert und mit Anglizismen betitelt, damit auch alles möglichst komplex und wissenschaftlich klingt, während sich die Basis völlig einfach und logisch mit einem gesunden Menschenverstand erklären lässt.

Paradox hierbei ist, dass andere Themen, welche tatsächlich als komplex zu betrachten wären, völlig vereinfacht und primitiv dargestellt werden und unter neuen Begriffen oder Formulierungen als „System“, „Technik“ oder „Methode“ verkauft werden.

Ein typisches Beispiel: Während es in der Realität nicht möglich ist, stetig Fortschritte zu machen, sondern man sich auch einmal äußeren Umständen wie Stress auf der Arbeit, Klausurwochen in der Schule oder Studium, schlechte Laune bei Freundin, Krankheit oder auch einfach nur unerklärlichte Saft-und Kraftlosigkeit hingeben muss, so wird bei einigen Trainingsplänen doch tatsächlich eine sogenannte „Deload“-Woche empfohlen, in welcher mit einem vorher rechnerisch ermittelten und niedrigerem Gewicht trainiert werden soll. Dies ist eine weitere nach meiner Ansicht nach unsinnige Theorie, welche versucht, einen simplen Trainingsplan als „Programm“ zu verkaufen.
In der Regel benötigt man keine exakt berechnete Pause, denn ein entscheidender Faktor wird bei sämtlichen „Trainingsprogrammen“ von Fitness-Hipstern gänzlich außer acht gelassen:
Murphys Gesetz wird euch im Laufe eures Trainings noch oft genug einen Strich durch die Rechnung oder durch den beworbenen Trainingsplan machen.

Auch wenn es vielleicht viele nicht wahrhaben möchten: Ihr seid keine Maschinen. Ihr seid kein Motor, der bei der Zugabe von 95% Oktan exakt 200kW Leistung produziert. Eure Leistung wird immer täglichen Umwelteinflüssen und auch unerklärlichen Schwankungen unterliegen.

Das Beispiel der sogenannten „Deload“-Woche sollte an dieser Stelle zeigen, wie aus einer Selbstverständlichkeiten eine künstliche Regel für eine pseudo-wissenschaftliche Darstellung von einem Trainingsplan formuliert wird.

Ein umgekehrtes Beispiel, bei dem man mit hippen Begriffen ein relativ komplexes Thema wie die richtige Ernährung auf eine kritische Art vereinfacht, ist die Methode If it fits your Macros (IIFYM). Hierbei wird Sportlern überwiegend empfohlen, ihre Makronährstoffe aufzuaddieren (hipsterdeutsch: „zu tracken“), damit sie am Ende des Tages die komplette benötigte Zusammensetzung erreichen.

IIFYM nimmt jedoch keinen Bezug auf die Wertigkeit der Nährstoffe (Protein, Kohlenhydrate, Fette), den Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme, die hormonellen Komponenten wie Insulinausstoß und die Folgen für den Körper und die Berücksichtigung einzelner Körpertypen.

Wenn die Kritiker nun wieder behaupten, meine Aussagen seien reines „Broscience“ und ich würde mich nicht mit „neuen“ Theorien und Konzepten befassen, muss ich das dementieren: Vieles von Fitnesshipstern heutzutage an nachgeplapperter „Pseudo-Wissenschaft“ ist nichts anderes als eine reine Umbetitelung von Grundsätzen, welche schon ewig im Kraft- und Bodybuilding-Sport gelten.

Was habe ich eigentlich wirklich gegen die aktuelle Fitnesshipster-Szene?

Fassen wir es kurz und knapp zusammen:

  • Einfache Sachverhalte werden kompliziert betitelt und beschrieben, um sich besser verkaufen zu lassen.
  • Komplexe Sachverhalte (wie Ernährung) werden vereinfacht und unvollständig an die Zuschauer und Fans vermittelt, wobei Fehlinterpretationen und Falschanwendungen vorprogrammiert sind und die Kunden weiterhin dumm gehalten werden.

Aus diesem Grund versuche ich mit meinen aktuellen Beiträgen, Facebook-Infos und Youtube-Videos immer wieder Grundsätze, Trainingsmethoden, Ideen, Anreize und auch Tipps zu zeigen und mitzuteilen, damit meine Fans und Sportfreunde so viel wie möglich von meinem Artikeln und Videos auf ihr eigenes Training und ihren Alltag übernehmen und anwenden können.

Das beste Trainingsprogramm

Hallo Sportfreunde,
ich werde immer wieder gefragt, was ich denn von bestimmten Trainingsprogrammen halten würde und ob ich irgendwelche Programme empfehlen würde.

Trainingsprogramm, Trainingssytem, Trainingsphilosophie oder einfach nur Trainingsprinzip

Nennt es wie ihr wollt!  Der Kern bleibt der gleiche.

Im meinem letzten Videozusammenschnitt von dem Seminar, welches ich gemeinsam mit meinem Freund Matthias Botthof gehalten hatte, schienen wir den negativen Eindruck vermittelt zu haben, dass wir grundsätzlich gegen bestimmte Trainingsprogramme, Trainingsprinzipien oder Philosophien eingestellt sind.
Daher möchte ich an dieser Stelle nochmals klarstellen, dass ich keinesfalls klassische Trainingsprinzipien, welche zum Teil schon seit Generationen praktiziert werden, kritisiere.

Das war der besagte Zusammenschnitt

Ich wollte in diesem Zusammenhang auch nicht die Befürworter und Botschafter solcher Trainingsphilosophien wie H.I.T., Heavy Duty oder anderen Philosophien auf eine Stufe stellen mit den Fitnesshipstern und selbsternannten „Profis“, welche heutzutage auf YouTube sinnfreie Trainingsprogramme verkaufen, welche nicht einmal Grundlagenwissen vermitteln, sondern nur Selbstverständlichkeiten auflisten.

Leider hatte unser letzter Videozusammenschnitt bei einigen Zuschauern den Eindruck vermittelt, das ich diese Philosophien gemeinsam mit dem heute inzwischen zur Unart gewordenen Geschäftsmodell des Trainingsplanverkaufs über einen Kamm schere.

Ganz im Gegenteil: Während ich einer der größten Gegner vom Verkauf von vorgefertigten und sinnfreien Trainingsplänen bin, so finden sich jedoch viele klassische Trainingsprinzipien und Philosophien auch in meinem eigenen Training wieder.

Ein ausführlicher Nachtrag zum Thema Trainingsprogramme

Oft trainiere ich so, dass man mein Training in der Kategorie „Heavy Duty“ einordnen könnte.
An anderen Tagen hingegen, wenn ich vielleicht einmal weniger schwer trainiere, weil mir entweder der Kopf nicht danach steht oder weil ich einfach körperlich bereits durch den Alltag entsprechend angegriffen oder vorbelastet bin, tendiere ich eher zu Dropsätzen mit abnehmendem Gewicht statt einem typischen Pyramidentraining.

Je länger man den Sport macht und desto professioneller nicht nur die Ausführung der Übungen, sondern auch die Auswahl der praktizierter Trainingsprinzipien werden, welche am aktuellen Tag auf Basis von zeitlichen („Bin ich in Eile?“, „Habe ich Zeit?“), körperlichen („Fühle ich mich heute stark’“, „Bin ich leicht verletzt?“, „Fühle ich mich schlapp?“) und auch geistigen („Habe ich einen freien Kopf?“, „Kann ich mich heute gut konzentrieren?“, „Plagen mich Alltags-Sorgen?“) Voraussetzungen gewählt werden, desto weniger macht man sich darüber aktiv Gedanken und desto mehr entscheidet man instinktiv und intuitiv.

Und genau diese Intuition macht einen guten Sportler aus, weil er sein aktuelles Training immer an die wechselnden gegebene Umstände anpasst und somit das Optimum aus seiner eigenen Trainingseinheit herausholt.

Folge ich also bestimmten Trainingsphilosophien?
Nein!

Finden sich Elemente diverser Trainingsphilosophien auch in meinem Training wieder?
Absolut und auf jeden Fall!

Ein guter Sportler weiß und spürt, wann es wieder einmal ein guter Tag für Heldentaten ist. Und dennoch will, wird und kann er nicht jeden einzelnen Tag die Welt aus den Angeln heben.
Ich sage es immer wieder: Man sollte seinen Körper, seine Muskeln und das eigene Muskelgefühl kennenlernen, um erfolgreich ein intuitives Training umsetzen zu können.
Bei einem intuitiven Training steht euch eine Vielzahl von unterschiedlichen Trainingsmethoden zur Verfügung, von welcher jede seinen eigenen Reiz hat.

So stehen euch viele zahlreiche Methoden und Optionen zur Verfügung. Es ist immer besser, beim Training mitzudenken und Methoden anzupassen, statt sklavisch und blind einem Plan zu folgen, welcher vielleicht gar nicht auf die eigenen körperlichen, geistigen oder auch zeitlichen Umstände übertragbar ist.

Das beste Trainingsprogramm von allen

Wenn mich heute jemand fragt, welches „Trainingsprogramm“ denn das beste wäre, so muss ich ehrlich antworten:

Das beste Trainingsprogramm ist nicht das, bei welchem du im Notizbuch deine Erfolge notierst und mit dem Taschenrechner die nächste Last ausrechnen musst. Das beste Trainingsprogramm ist das Programm, welches dir am meisten Spaß macht. Es ist das Programm, welches dich jeden Tag wieder mit Begeisterung ins Sportstudio gehen lässt. Es soll dich immer wieder motivieren und herausfordern, damit du nie den Biss und den Ehrgeiz verlierst. Aus diesem Grund zeige ich euch auch in meinen Videos stets neue Variationen, welchen ihr immer wieder ausprobieren könnt, damit eure eigenen Trainingsmethoden an Vielfalt gewinnen. Das ist der richtige Weg zu einem erfolgreichen, individuellen und intuitiven Training.

Youtuber-Training und Hitnesshipster – vieles ist Schall und Rauch

…und viel Lärm um  nichts.

Einige Fans empfanden es als anmaßend, dass der letzte Videozusammenschnitt des Seminar-Videos den Eindruck vermittelte, dass ich die Vertreter von klassischen und anerkannten Trainingsphilosophien plötzlich auf die gleicht Stufe stellen oder im gleichen Atemzug nennen würde wie diverse Fitness-Hipster und Fitness-Youtuber, die mit dem Verkauf von vorgefertigten Trainingsplänen, welche nicht einmal Basiswissen vermitteln, sondern lediglich Selbstverständlichkeiten auflisten, Wucher betreiben.

Das war definitiv nicht meine Absicht und ich hoffe, dass ich das mit meinem Artikel klären konnte. Dafür möchte ich an dieser Stelle noch einige Worte zum Thema Fitness-Youtuber und Fitnesshipster loswerden.

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