Archiv der Kategorie: Aktive Wettkampfzeit

Auch wenn ich heute noch regelmäßig und schwer trainiere und dem Aussehen eines professionellen Bodybuilders und Berufssportlers gerecht werde, so liegt meine aktive Wettkampfzeit zwischen den Jahren 1995 und 2009.
Das heißt, dass ich heute nicht weniger gerne trainiere, aber keine Wettkämpfe mehr bestreite. Stattdessen biete ich unter anderem Privattrainings, Seminare und sonstige Gastbesuche an, bei denen ich mich immer auf den Kontakt mit Fans und Freunden freue.

Vorbereitungen für den Mr. Olympia 2004

Im Juni fing meine Vorbereitung für den größten Wettkampf des Jahres an, den Mr.Olympia.

Mein Ziel war eindeutig die Top 6 und ich war mir sicher, daß ich es dieses mal schaffen könnte. Dieses Mal habe ich meinen Trainingsstil etwas geändert – leichter und korrekter.

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Zwei Wochen vor dem Mr. Olympia hatte ich einen Gastauftritt beim Body-Xtreme-Invitational in Mainz. Ich war neugierig und auch nervös, wie meine Form wohl wäre und wie die Zuschauer auf mich reagieren würden. So rollte ich mit 130 kg nach Mainz und bekam durchweg positive Resonanz.

Ich flog Dienstags bereits nach Las Vegas, um etwas mehr Zeit zu haben, den Jetlag zu verkraften. Es zahlte sich aus, da ich Freitag Abend schon sehr gut aussah. Ich stellte mich auf die Waage und war mit knapp 125 kg leichter als sonst, sah aber dicker aus, da ich wohl etwas härter war als üblich.

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Schließlich mussten wir auf die Bühne. Ich bekam sofort den zweiten Vergleich, weshalb ich wusste, ich würde nun ganz vorne mitspielen. So hatte ich auch viel Spaß an der Sache. Letztendlich kann ich mich gar nicht mehr an alle Vergleiche erinnern, außer dass ich gegen alle Top-Favoriten – abgesehen von Cutler und Coleman – antreten dürfte.
Nachdem die Vorwahl vorüber war, hatte ich Ohrensausen und Kreislaufprobleme. Simone meinte, ich sähe inzwischen wieder etwas zu flach aus, und so bestellte sie mir einen großen Berg Essen, wozu ich fast fünf Liter Cola trank. Total vollgefressen und hundemüde schleppte ich mich um 18 Uhr zum Finale.

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Als ich meinen Auftritt hatte, hallten die Rufe „Ruuuuhhhl“ – natürlich wieder ohne das berüchtigte „ü“ – durch das Convention Center im Mandalay Bay Resort. Einfach fantastisch!

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Meine Kür verlief sehr gut und die Nachricht, ich wäre in den Top 6, bestärkte mein Auftreten. So kam ich infolge dessen in die sogenannte Challenge Round, die erstmalig beim diesjährigen Mr. Olympia stattfand und eine grundlegende Änderung im Finale darstellte.
Vereinfacht könnte man sagen, dass jeder Athlet die übrigen Athleten innerhalb der Top-6-Platzierungen zum Duell mit einer Pose seiner Wahl herausfordern kann.
Ich hatte viel Spaß bei den Runden und konnte mich endlich auch einmal neben Ronnie Coleman mit der Most-Muscular-Pose behaupten.

So kam es zu folgenden Platzierungen:

  1. Coleman, 2. Cutler, 3. Badell, 4. Jackson, 5. Ich, 6. SchlierkampMein Ziel, die Top 6 zu knacken, hatte ich somit endlich geschafft!

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